Wie erfolgt die Qualitätskontrolle bei digital bedruckten Stoffen?

Die Qualitätskontrolle bei digital bedruckten Stoffen umfasst mehr als nur das Aussehen. Faserzusammensetzung, Breite, Gewicht, Oberfläche, Farbübereinstimmung, Druckfehler, Maßänderungen und die Beständigkeit im Endgebrauch sollten gemeinsam bewertet werden.
Was versteht man unter Qualitätskontrolle bei bedruckten Stoffen?
Es handelt sich um den Prozess der Prüfung, Messung und Dokumentation, mit dem sichergestellt wird, dass der Stoff in definierten Produktionsphasen die genehmigten Spezifikationen und Anforderungen für den Endverwendungszweck erfüllt.
Wann sollte der Kontrollplan erstellt werden?
Vor der Probenahme und der Produktion. Merkmale, Methoden, Probenahmehäufigkeit, Toleranzen und Maßnahmen bei Nichtkonformität sollten im Voraus vereinbart werden.
Was wird vor dem Bedrucken geprüft?
- Faser und Gewebebauweise
- Nutzbreite und Gewicht
- Grundweißgrad oder Farbe
- Flecken, Löcher, Linien und Konstruktionsfehler
- Saugfähigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und Gleichmäßigkeit der Vorbehandlung
- Chargen- und Rollenidentität
Was wird während des Druckvorgangs geprüft?
Die erste Ausgabe wird mit der genehmigten Vorlage verglichen, gefolgt von Kontrollen in festgelegten Intervallen. Es werden fehlende Düsen, Streifenbildung, Farbabweichungen, Flecken, Falten, Einzugsfehler und Nahtstellen überwacht.
Wie wird die Farbe kontrolliert?
Vergleich mit der freigegebenen physikalischen Referenz unter definierten Licht- und gleichbleibenden Betrachtungsbedingungen. Bei Bedarf können instrumentelle Messungen und eine vereinbarte Toleranz herangezogen werden. ISO 105-J03 bietet ein Verfahren zur Berechnung der Farbdifferenz zwischen Proben desselben Materials.
Welche optischen Mängel werden geprüft?
ASTM D5430 beschreibt Verfahren zur Sichtprüfung und Einstufung von Geweben. Käufer und Lieferant sollten dieselbe Einstufungsmethode und dieselben Abnahmeregeln anwenden.
- Flecken, Öl und Verunreinigungen
- Löcher, Risse und Garnfehler
- Ungedruckte Bereiche oder Farbflecken
- Streifenbildung und Farbabweichungen
- Kantenwölbung und Knickstellen
- Farbtonunterschiede von Seite zu Seite oder von Rolle zu Rolle
- Wiederholungsnähte und Richtungsabweichungen
Wie werden Breite und Gewicht geprüft?
Die Nutzbreite sollte von der Gesamtbreite unterschieden werden. Für das Gewicht sollten geeignete Stichproben und Messungen herangezogen werden; ein einzelner kleiner Zuschnitt sollte nicht automatisch repräsentativ für eine gesamte Lieferung sein.
Wie wird die Maßänderung geprüft?
Ein für den endgültigen Einsatzzweck repräsentatives Muster wird unter definierten Wasch- und Trocknungsbedingungen geprüft. Länge und Breite werden separat angegeben. Für die Maßänderung nach festgelegten Verfahren wird die Norm ISO 5077 herangezogen.
Welche Farbechtheitstests werden ausgewählt?
Die Prüfungen hängen vom Endverwendungszweck ab. ISO 105-C06 befasst sich mit dem Waschen und ISO 105-X12 mit dem Trocken- und Nassreibverhalten. Außerdem können Licht-, Schweiß-, Wasser- oder chemische Reinigungsprüfungen erforderlich sein.
Wie wird die Endkontrolle der Rolle dokumentiert?
Erfassen Sie die Rollenidentifikation, die Nettolänge, die nutzbare Breite, die Positionen der Mängel, die Farbcharge und die Verwendungsentscheidung. Fotos sollten Messungen und Abnahmeprotokolle ergänzen, nicht ersetzen.
Was geschieht, wenn ein Fehler festgestellt wird?
Das Material ist auszusondern, die Rückverfolgbarkeit ist zu gewährleisten, das Ausmaß ist zu bestimmen und das vereinbarte Korrekturverfahren ist zu befolgen. Nacharbeit, Herabstufung oder Ausschuss hängen von den Auftragsbedingungen ab.
Was ist die Qualitätscheckliste vor der Produktion?
- Vergleichen Sie das freigegebene Muster mit den Spezifikationen.
- Überprüfen Sie die Breite, das Gewicht und die Oberfläche des Grundgewebes.
- Genehmigen Sie die erste Produktion anhand der physischen Referenz.
- Prozessbegleitende Kontrollen dokumentieren.
- Überprüfen Sie nach der Veredelung erneut Farbe, Griff und Maße.
- Führen Sie die erforderlichen Echtheitstests durch.
- Erstellen Sie ein abschließendes Prüfprotokoll für die Rolle.
Häufig gestellte Fragen zur Qualitätskontrolle bei bedruckten Stoffen
Reicht ein Druckmuster aus, um die gesamte Produktion freizugeben?
Nein. Es dient als Referenz; Chargen-, Maschinen- und Prozessvariablen erfordern Zwischen- und Endkontrollen.
Kann die Farbe allein mit dem Auge freigegeben werden?
Die visuelle Beurteilung ist wichtig, jedoch sollten definierte Lichtverhältnisse und, falls erforderlich, instrumentelle Messungen mit vereinbarten Toleranzen zum Einsatz kommen.
Werden für jeden Stoff dieselben Prüfungen durchgeführt?
Nein. Der Prüfplan hängt von der Faserart, dem Druckverfahren, den Pflegehinweisen und dem Verwendungszweck ab.