Was ist Pilling bei Textilien? Wie wird die Pillingbeständigkeit geprüft?

Pilling entsteht, wenn sich beim Tragen lose Fasern an die Oberfläche drängen, sich verheddern und kleine Knötchen bilden. Pilling kann den Stoff abgenutzt aussehen lassen und zudem die optische Schärfe sowie die Farbbrillanz eines aufgedruckten Motivs beeinträchtigen.
Wie entsteht Pilling?
Lose Faserenden steigen zunächst an die Oberfläche und bilden Flusen. Durch anhaltende Reibung verheddern sie sich miteinander. Starke Fasern können die Knötchen an der Oberfläche festhalten, während schwächere Fasern schließlich brechen und sie freigeben können.
Das bedeutet, dass eine starke Kunstfaser die Knötchen länger an der Oberfläche halten kann. Das Erscheinungsbild hängt sowohl von der Anzahl der Knötchen als auch davon ab, wie fest sie verankert sind.
Was erhöht das Pilling-Risiko?
Ein hoher Anteil an kurzen Fasern, geringe Garnverzwirnung, haarige Garne und eine lockere Gewebestruktur können die Fasermigration begünstigen. Auch Fasermischungen spielen eine Rolle. Schwächere Fasern können sich nach außen verschieben, während stärkere Kunstfasern die entstandenen Knötchen an Ort und Stelle halten.
Das Gewicht allein sagt nichts über die Pillingbeständigkeit aus. Zwei Stoffe mit demselben GSM-Wert können sich unterschiedlich verhalten, da sich ihre Garn- und Oberflächenstrukturen unterscheiden. Siehe den Leitfaden zum Stoffgewicht für die Auswahl des GSM-Werts.
Verhalten sich gewebte und gestrickte Stoffe gleich?
Die Schlingenstruktur und die weichen Oberflächen einiger Strickwaren können stärkerem Reibungseffekt ausgesetzt sein. Ein dichter, glatter Strickstoff kann dennoch eine bessere Leistung erbringen als ein locker gewebter Stoff. Die Stoffart allein reicht für die Zulassung nicht aus.
Der Vergleich zwischen gewebten und gestrickten Stoffen erläutert die strukturellen Unterschiede.
Beeinflusst der Druck das Pilling?
Bedruckung und Veredelung können die Oberflächenreibung verändern. Filmbildende Verfahren können die Faserbewegung vorübergehend einschränken oder einen festeren Griff erzeugen. Ihre Wirkung kann sich nach dem Waschen und durch den Gebrauch verändern. Das Vorhandensein von Farbe auf der Oberfläche verursacht an sich noch kein Pilling.
Testen Sie das digital bedruckte Prüfstück nach allen vorgesehenen Wasch- und Veredelungsschritten. Das Ergebnis eines unveredelten Stoffes entspricht möglicherweise nicht dem Endprodukt.
Wie verändert Pilling das Erscheinungsbild des Drucks?
Oberflächenflusen und Knötchen können die Ränder kleiner Motive verwischen. Helle Fasern werden auf einem dunklen Druck deutlicher sichtbar, während dunkle Fasern auf hellem Grund hervorstechen. Daher kann dieselbe Testbewertung je nach Farbvariante unterschiedlich aussehen.
Überprüfen Sie neben der numerischen Einstufung auch den tatsächlichen Druck und die Farbkombination.
Wie wird die Pillingbeständigkeit geprüft?
Die Normenreihe ISO 12945 umfasst die Pilling-Box-Methode, das modifizierte Martindale-Verfahren und das Zufalls-Trommelverfahren. Die Norm ASTM D3512 verwendet einen Zufalls-Trommeltester zur Bewertung von Pilling und damit verbundenen Oberflächenveränderungen. Da diese Methoden unterschiedliche mechanische Einwirkungen anwenden, sollten ihre Ergebnisse nicht als austauschbar betrachtet werden.
ASTM D3512 verwendet eine visuelle Skala, bei der 5 für kein Pilling und 1 für sehr starkes Pilling steht. In einer Bestellung sollten die Methode, die Belastungsdauer oder der Zyklus sowie die Bewertungsbedingungen angegeben werden, anstatt nur „Mindestklasse 4“ zu vermerken.
Garantiert ein Laborergebnis die Leistung im Alltag?
Prüfungen sind nützlich, um Proben unter einheitlichen Bedingungen zu vergleichen. Die tatsächliche Reibung durch Taschengurte, Sicherheitsgurte, Möbelkanten oder andere Kleidungsstücke kann von den Bewegungen im Labor abweichen. Produkttests, die auf den Endverwendungszweck zugeschnitten sind, bleiben weiterhin sinnvoll.
Der Leitfaden für Stoffmuster erläutert die physikalische Freigabe vor der Produktion.
Kann die richtige Pflege das Pilling reduzieren?
Das Wenden von Kleidungsstücken auf links, das Trennen von scheuernden Gegenständen und die Befolgung der Pflegehinweise können unnötige Reibung verringern. Eine überladene Trommel oder ein ungeeignetes Trocknerprogramm können den Oberflächenverschleiß erhöhen.
Das Entfernen von Knötchen mit einem Knötchenrasierer kann das Erscheinungsbild vorübergehend verbessern, ändert jedoch nichts an der Neigung des Stoffes zur Knötchenbildung. Es kann feine oder lockere Gewebestrukturen beschädigen.
Was sollte vor der Bestellung abgeklärt werden?
- Prüfnorm und Prüfverfahren
- Einwirkzeit, Zyklus oder Prüfbedingungen
- Zielklasse und Beleuchtung für die Bewertung
- Druck-, Veredelungs- und Waschzustand der Probe
- Genehmigter Mustercode und Produktionscharge
Genehmigung der Pillingbeständigkeit an einem Serienmuster mit dem vorgesehenen Druck und der vorgesehenen Veredelung.
Entdecken Sie unsere StoffkollektionenHäufig gestellte Fragen zum Pilling von Stoffen
Kann Polyestergewebe Pilling bilden?
Ja. Starke Polyesterfasern können gebildete Knötchen an der Oberfläche festhalten. Garn, Gewebebauweise, Materialmischung und Veredelung bestimmen das Ergebnis.
Was bedeutet die Note 5 bei einem Pilling-Test?
Bei der entsprechenden visuellen Bewertung beschreibt die Stufe 5 im Allgemeinen eine Oberfläche ohne Pilling, während die Stufe 1 sehr starkes Pilling anzeigt.
Ist Pilling immer ein Herstellungsfehler?
Nein. Die Faser- und Gewebestruktur, Reibung während des Gebrauchs sowie die Pflegebedingungen können alle dazu beitragen. Die Abnahmeanforderungen sollten vor der Bestellung vereinbart werden.