Was ist die Luftdurchlässigkeit von Textilien? Ein Leitfaden zur Atmungsaktivität

Die Luftdurchlässigkeit eines Gewebes ist die Geschwindigkeit, mit der Luft bei einem bestimmten Druckunterschied durch ein Material strömt. Sie wird oft als „Atmungsaktivität“ bezeichnet, doch diese Begriffe bezeichnen nicht dieselbe Eigenschaft. Der Tragekomfort von Kleidung kann durch Luftzirkulation, Wasserdampfdurchlässigkeit, Wärmewiderstand und die Konstruktion des Kleidungsstücks beeinflusst werden.
Was ist die Luftdurchlässigkeit eines Gewebes?
Die Luftdurchlässigkeit ist eine physikalische Messung des Luftstroms durch ein Gewebe unter kontrollierten Bedingungen. Bei Verfahren wie ASTM D737 wird eine definierte Druckdifferenz über die Probe angelegt und die Luftströmungsrate gemessen.
Ein Ergebnis erfordert die Angabe der Testfläche, der Druckdifferenz, des Messgeräts und der Einheit. Mit unterschiedlichen Methoden ermittelte Werte sollten nicht verglichen werden, ohne diese Bedingungen zu berücksichtigen.
Sind Atmungsaktivität und Luftdurchlässigkeit dasselbe?
Nein. Atmungsaktivität ist ein weit gefasster Komfortbegriff im Alltagsgebrauch. Die Luftdurchlässigkeit misst den Luftstrom. Der Wasserdampfwiderstand beschreibt den Widerstand gegen den Durchgang von Wasserdampf. Die Norm ISO 11092 definiert Verfahren zur Messung des Wärme- und Wasserdampfwiderstands von Textilien und ähnlichen Materialien unter stationären Bedingungen.
Ein Material kann einen erheblichen Luftstrom zulassen, ohne die für ein Produkt erforderliche Feuchtigkeits- oder Wärmeleistung zu erbringen. Fragen Sie nach relevanten Prüfergebnissen, anstatt sich auf eine allgemeine Beschreibung wie „atmungsaktiv“ zu verlassen.
Wie beeinflusst die Materialstruktur den Luftstrom?
Die Abstände zwischen den Garnen, die Webdichte, die Offenheit der Strickmaschen und die Dicke bilden die Wege, auf denen die Luft strömen kann. Offene Strukturen lassen in der Regel mehr Luft durch. Dichte Strukturen, Beschichtungen und Ausrüstungen, die die Oberfläche glätten, können den Luftstrom verringern.
Der Leitfaden zu gewebten und gestrickten Stoffen erläutert die strukturellen Unterschiede.
Bestimmt das Stoffgewicht die Luftdurchlässigkeit?
Nein. Ein leichtes Gewebe kann aufgrund seiner dichten Struktur nur einen begrenzten Luftstrom zulassen. Ein schwereres Gewebe kann voluminös und dennoch relativ offen sein. Gewicht, Dicke und Struktur sollten gemeinsam betrachtet werden.
Siehe den Leitfaden zum Stoffgewicht zur Interpretation von GSM.
Bestimmt die Faserart die Atmungsaktivität?
Das Feuchtigkeitsverhalten der Faser trägt zum Tragekomfort bei, aber der Faseranteil allein bestimmt nicht die Luftdurchlässigkeit. Stoffe aus derselben Faser können aufgrund von Garn, Webart und Veredelung unterschiedliche Ergebnisse liefern. Berücksichtigen Sie neben der Faserbezeichnung auch die physikalische Struktur.
Können Druck und Veredelung das Ergebnis verändern?
Druckpaste, Harz, Beschichtung, Laminierung und Kalandrierung können Luftwege verengen oder blockieren. Der Effekt hängt von der Zusammensetzung und der aufgetragenen Menge ab. Ein Test an unbehandeltem Stoff entspricht möglicherweise nicht dem endgültigen bedruckten Produkt.
Verwenden Sie ein Prüfstück, das dem vorgesehenen Druck- und Veredelungsprozess unterzogen wurde. Die Erfassung der Ergebnisse vor und nach der Behandlung hilft zudem dabei, festzustellen, wo eine Veränderung eingetreten ist.
Wie sollte die Luftdurchlässigkeit für ein Produkt ausgewählt werden?
Sommerhemden, Kleider und Sportbekleidung können von einer höheren Luftzirkulation profitieren. Windabweisende Oberbekleidung, Taschen und Schutzschichten erfordern möglicherweise eine geringere Luftdurchlässigkeit. Vorhänge, Bettwäsche und Polstermöbel stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Leistungsfähigkeit.
Der höchste Wert ist nicht automatisch der beste. Das sinnvolle Ziel ist der für das Produkt und seine Einsatzbedingungen geeignete Bereich.
Wie lassen sich Proben vergleichen?
- Bereiten Sie Proben gleicher Größe und Ausrichtung vor.
- Verwenden Sie Proben mit derselben Ausrüstung und demselben Waschverlauf.
- Halten Sie die Methode, den Druckunterschied und die Maßeinheit einheitlich.
- Führen Sie mehrere Messungen an verschiedenen Stellen durch.
- Prüfen Sie das Ergebnis anhand der Anforderungen an Wasserdampfdurchlässigkeit und thermische Eigenschaften.
Das Durchblasen des Gewebes oder das Gegenlichthalten liefert nur einen groben Eindruck. Für die kommerzielle Abnahme ist ein definierter Test erforderlich. Der Leitfaden für Gewebeproben behandelt die physikalische Freigabe vor der Produktion.
Was gehört in ein Beschaffungslastenheft?
- Prüfverfahren und Probenvorbereitung
- Druckdifferenz und Berichtseinheit
- Mindest- und Höchstgrenzwerte für die Abnahme
- Druck-, Veredelungs- und Waschbedingungen
- Produktionscharge und Code des zugelassenen Musters
Betrachten Sie die Luftdurchlässigkeit als eine produktspezifische Messgröße und nicht als umfassende Definition von Komfort.
Entdecken Sie unsere StoffkollektionenHäufig gestellte Fragen zur Luftdurchlässigkeit
Fühlt sich ein luftdurchlässiger Stoff immer kühl an?
Nein. Die Luftzirkulation beeinflusst zwar den Komfort, aber auch der Wärmewiderstand, die Feuchtigkeit, die Konstruktion des Kleidungsstücks und die Umgebungsbedingungen beeinflussen, wie warm es sich anfühlt.
Ist dünner Stoff immer atmungsaktiver?
Nein. Ein dünner, dichter Stoff lässt weniger Luft durch als ein dickeres Material mit einer offeneren Struktur.
Verringert ein Aufdruck die Luftdurchlässigkeit?
Das kann der Fall sein. Der Effekt hängt von der Druckpaste, der Auftragsmenge, Beschichtungen und der Veredelung ab. Testen Sie das fertig verarbeitete Muster.